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Moor is more

Unsere Moore erfüllen vielfältige Funktionen und leisten einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Ein Beispiel hierfür sind die Karrendorfer Wiesen nördlich von Greifswald – ein teilweise wiedervernässtes Küstenmoor. Bei einem Besuch sprach ich u.a. mit der Leiterin des Greifswalder Moor Centrums, Dr. Franziska Tanneberger, und dem Geschäftsführer der Succow-Stiftung, Jan Peters. Sie machten noch einmal klar: Moore sind CO2-Speicher und damit ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den Klimawandel.
 
Mecklenburg-Vorpommern weist mit 12 Prozent der Landesfläche einen sehr großen Anteil an Moorflächen auf und ist damit eines der moorreichsten Bundesländer Deutschlands. Ein Großteil dieser Flächen ist jedoch für die landwirtschaftliche Nutzung, aber auch für andere Zwecke, trocken gelegt – dadurch gelangen Treibhausgase in die Atmosphäre. Auch die intensive Land- und Weidewirtschaft auf entwässerten Moorflächen führt zu hohen Emissionen. In der Summe verursacht dies circa zwei Drittel des gesamten CO2-Ausstoßes Mecklenburg-Vorpommerns.

Die Wiedervernässung von Moorflächen ist daher für MV ein entscheidender Schritt zur Klimaneutralität. Die Karrendorfer Wiesen, aber auch Moorflächen auf dem Darß zeigen, dass mit der Rückkehr des Wassers der CO2-Ausstoß augenblicklich unterbunden wird. Zudem nehmen nasse Moore aktiv CO2 auf – auch wenn dieser Prozess deutlich langsamer verläuft.

Neue Nutzungskonzepte für wiedervernässte Moore

Politisch muss es unser Ziel sein, die Wiedervernässung von Moorflächen europaweit zu fördern und entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Natürlich gibt es dabei viele Herausforderungen, vor allem hängen zahlreiche wirtschaftliche Existenzen an der landwirtschaftlichen Nutzung der Flächen. Abhilfe bieten hier neue Nutzungskonzepte: So kann auch auf nassen Moorflächen Landwirtschaft betrieben werden. Beispiele reichen von der Wasserbüffelhaltung über die Schilfrohrnutzung bis hin zum Anbau von Torfmoosen als Dämmmaterial. Auf europäischer Ebene müssen solche neuen Formen der Landwirtschaft bei der Fördergesetzgebung berücksichtig werden. Nur so können wir unsere Moore und damit das Klima schützen und gleichzeitig die Flächen wirtschaftlich nutzen.

Nicht zuletzt bilden intakte Moorlandschaften einzigartige Natur- und Lebensräume für Flora und Fauna. Ein wesentlicher Bestandteil des Europäischen Green Deal ist die Erhaltung bzw. Steigerung der Biodiversität in Europa. Die Europäische Kommission hat dazu die Biodiversitätsstrategie 2030 vorgelegt, deren erklärtes Ziel die Renaturierung von 10 Prozent der EU-Landfläche ist. Die Wiedervernässung von Moorflächen würde der EU nicht nur bei den Klimazielen helfen – immerhin ist Europa einer der größten CO2-Emittenten aus Mooren. Auch im Bereich der Biodiversität haben die Moorflächen großes Potential.

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