Leichte Sprache

Ich bin Hannah Neumann und ich bin Politikerin. 

Ich bin Mitglied im Europäischen Parlament
und Außenpolitikerin.
Das heißt, ich arbeite mit Ländern,
die nicht in der Europäischen Union sind.

Und ich bin Feministin.
Das heißt, ich bin gegen die Diskriminierung von Frauen.
Ich finde: Alle Menschen sollen die gleichen Rechte haben,
egal welches Geschlecht sie haben.

Diese Themen sind mir wichtig:

Frieden und Sicherheit

Ich will, dass Menschen überall in Frieden leben können.
In Europa hatten wir oft Kriege.
Aber wir haben uns wieder vertragen.
Das ist für viele Menschen auf der ganzen Welt ein Vorbild.
Sie wollen auch in Frieden leben.

Aber in vielen Ländern auf der Welt gibt es Krieg.
Ich möchte mit meiner Arbeit dabei helfen,
dass es auch dort Frieden gibt.
Deswegen setze ich mich dafür ein,
dass es mehr Menschen gibt,
die Streit schlichten können.
Dann gibt es weniger Krieg.

Hier in Europa stellen wir Waffen her.
Wir verkaufen diese Waffen an andere Länder.
Oft ist das nicht gut, weil:
Wenn Menschen Waffen haben,
dann fangen sie oft Kriege an.

Ich finde: Wir brauchen gute Regeln in der Europäischen Union,
wenn wir Waffen an andere Länder verkaufen.

Zum Beispiel müssen wir genau hinschauen:

  • Welches Land will Waffen von uns kaufen?
  • Will die Regierung in dem Land
    mit den Waffen einen Krieg anfangen?
  • Oder will die Regierung in dem Land
    die Menschen dort bedrohen?

Manchmal müssen wir dann sagen:
Ihr bekommt keine Waffen von uns.
Weil: Unsere Waffen sollen nicht helfen,
dass Kriege angefangen werden.
Oder dass Kriege länger dauern.
Oder dass Menschen bedroht werden.

Menschenrechte

Ich will, dass alle Menschen überall in der Welt
die gleichen Rechte haben.
Alle sollen genug zu essen und zu trinken haben.
Alle sollen eine Wohnung haben.
Alle sollen ihre Meinung sagen dürfen.
Auch Leute, die für eine Zeitung schreiben
oder fürs Radio arbeiten.

Ich treffe mich mit Menschen,
die in ihrem Land nicht ihre Meinung sagen dürfen.
Und mit Menschen, die in ihrem Land
für Menschenrechte kämpfen.

Oft werden diese Menschen nicht gut behandelt.
Manche von ihnen waren schon im Gefängnis.
Manche sind geschlagen worden.
Manche sind bedroht worden.
Oder ihre Familien wurden bedroht.

Ich rede mit diesen Menschen.
Ich erzähle anderen von diesen Menschen.
Alle sollen wissen, dass es diese Menschen gibt.
Ich rede auch mit Regierungen in den Ländern,
wo diese Menschen schlecht behandelt werden.
Ich sage ihnen, dass sie solche Menschen besser behandeln sollen.

Und ich arbeite im Europäischen Parlament dafür,
dass wir diese Menschen unterstützen.
Ich setze mich zum Beispiel dafür ein, dass sie einfacher
in die Europäische Union einreisen können.

Feminismus

Frauen haben in vielen Ländern der Welt
nicht die gleichen Rechte wie Männer.
In manchen Ländern dürfen Frauen nicht
in allen Berufen arbeiten.
Oder sie dürfen nicht allein verreisen.
Oder sie dürfen nicht entscheiden, wen sie heiraten.
Das finde ich falsch.

Feminismus ist,
wenn man dafür kämpft, dass Frauen und Männer die gleichen Rechte haben.
Das tue ich.

Wenn ich in andere Länder reise,
dann treffe ich mich fast immer zuerst mit Frauen.
Ich will ihre Meinung hören.
Ich will hören, welche Probleme sie haben.
Ich will wissen, was die Europäische Union tun kann,
um sie zu unterstützen.

Überall kämpfen Frauen für ihre Rechte.
In manchen Ländern kommen sie deswegen ins Gefängnis.
Oder sie werden bedroht.
Dann rede ich darüber im Europäischen Parlament.
Oder auf den Sozialen Medien.
Ich will, dass alle wissen, wie es diesen Frauen geht.

Ich reise in viele Länder.
Dort sage ich den Regierungen,
dass Frauen die gleichen Rechte haben müssen wie Männer.

Ich finde, dass Frauen wichtig sind für den Frieden.
Frieden heißt nicht nur, dass es keinen Krieg gibt.
Frieden heißt auch, dass man im Leben keine Angst hat.
Frauen machen im Leben oft andere Erfahrungen als Männer.
In manchen Ländern holen Frauen zum Beispiel
Wasser vom Brunnen.
Für sie ist es wichtig, dass sie auf dem Weg dahin
in Sicherheit sind.

Manche Frauen werden von ihren Männern geschlagen.
Dann sind sie nicht sicher und haben Angst.
Wir müssen also darauf achten,
dass Frauen mitreden und mitbestimmen können.
Auch, wenn es um den Frieden geht.

Zum Beispiel: 2 Gruppen haben in einem Land gegeneinander gekämpft
und wollen sich vertragen.
Dann sollen Frauen aus beiden Gruppen auch mitreden.

Ich setze mich im Europäischen Parlament dafür ein,
dass wir in der Außenpolitik mehr an die Frauen denken.
Wir müssen Frauen mehr zuhören.
Und wir müssen in der Europäischen Union zeigen,
dass uns Frauen wichtig sind.

Zum Beispiel: Wenn wir vom Europäischen Parlament
andere Länder besuchen, dann sollten in unseren Reisegruppen
gleich viele Frauen und Männer sein.

Und auch in Europa ist es wichtig,
dass Frauen bei der Politik mitmachen.
Das ist leider immer noch nicht überall so.

Naher und Mittlerer Osten

„Naher und Mittlerer Osten“ ist die Bezeichnung für eine Region in Asien.
Ich beschäftige mich mit vielen Ländern in dieser Region.
Im Nahen Osten zum Beispiel mit diesen Ländern:
Syrien, Bahrain, Irak, Jemen, Katar, Kuwait,
Oman, Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate.
Im Mittleren Osten zum Beispiel
mit Afghanistan und Iran.
Ich bin schon in fast alle diese Länder gereist.

Im Europäischen Parlament leite ich eine Gruppe,
die sich mit Ländern im Nahen Osten beschäftigt.
Ich spreche mit den Regierungen in diesen Ländern.
Und ich spreche mit Menschen,
die in diesen Ländern wohnen.
Zum Beispiel mit Menschen, die sich für Menschenrechte einsetzen.

In vielen Ländern im Nahen und Mittleren Osten
haben Frauen nicht die gleichen Rechte wie Männer.
Ich will, dass sich das ändert.
Das sage ich den Regierungen in diesen Ländern.
Und das sage ich auch im Europäischen Parlament.

In vielen Ländern gibt es auch viel Öl.
Aber Öl ist nicht gut für die Umwelt.
Deswegen will ich,
dass die Länder nicht mehr so viel Öl verkaufen.

Sondern lieber Strom aus Sonne.
Auch darüber spreche ich auf meinen Reisen.

Die Europäische Union arbeitet
mit vielen Ländern im Nahen Osten zusammen.
Ich will, dass wir uns gut verstehen.
Deswegen ist es wichtig,
dass wir miteinander reden.

Oder und Haff

Der Fluss Oder fließt durch viele Länder in Europa.
Ein Teil der Oder liegt genau auf der Grenze
zwischen Deutschland und Polen.

Dort, wo die Oder ins Meer fließt
heißt die Landschaft Haff.

Ich mag die Oder und das Haff.
Viele Tiere und Pflanzen leben da.
Viele Menschen machen dort Urlaub.
Und es gibt auch große Firmen.

Aber die Oder ist stark verschmutzt.
Deshalb sind dort einmal sehr viele Fische gestorben.
Wir Menschen kippen zu viele Abwässer
und Industrie-Abfälle in die Oder.
Ich will, dass die Oder wieder sauber wird.

Ich bin schon oft an der Oder gewesen.
Ich habe Menschen zusammengebracht,
für die dieser Fluss wichtig ist.
Diese Menschen kommen aus Deutschland und aus Polen.

Aber manche Leute wollen  die Oder umbauen.
Es sollen mehr Schiffe auf der Oder fahren.
Das heißt: Weniger Natur und mehr Beton.
Und diese Leute wollen einen großen Hafen bauen,
dort, wo die Oder ins Meer fließt.
Ich finde das nicht gut.
Die Oder und das Haff brauchen Ruhe,
damit dort wieder viele Tiere leben können.

Es gibt Gesetze in der Europäischen Union,
um die Natur zu schützen.
Der neue Hafen am Meer
bricht vielleicht eins von diesen Gesetzen.
Also sage ich der Europäischen Kommission,
dass sie kein Geld geben soll für den Umbau des Hafens.

Frühere Stasi-Zentrale / Campus für Demokratie

Früher gab es nicht ein Deutschland,
sondern 2 Länder.
Eines der Länder hieß DDR.
Die DDR war eine Diktatur.
Eine Diktatur ist ein Land,
wo es nur einen Herrscher gibt.
Oder nur eine Partei.
In der DDR gab es nur eine Partei.

In einer Diktatur dürfen die Menschen nicht sagen,
was sie denken.
Sie kommen sonst ins Gefängnis.
So war es oft in der DDR.

In der DDR gab es ein Amt.
Das Amt hieß „Ministerium für Staats-Sicherheit“.
Die Abkürzung ist: Stasi.
Die Stasi wollte wissen, was die Menschen denken, 
zum Beispiel:

  • Wer ist gegen die Regierung?
  • Wer will aus der DDR ausreisen?

Viele Menschen in der DDR hatten Angst vor der Stasi.
Sie hatten Angst, ins Gefängnis zu kommen.
Irgendwann wollten die Menschen in der DDR
nicht mehr so leben.
Sie wollten frei sein.

Also haben sie sich gewehrt.
Sie sind auf die Straße gegangen.
Sie haben laut gerufen,
dass sie keine Diktatur mehr wollen.
Sie haben sich gegenseitig unterstützt.
Und sie haben es geschafft!
Die DDR war zu Ende.

Wenn eine Diktatur zu Ende geht,
gibt es oft Gewalt.
Oft sterben Menschen.
Oder sie werden verletzt.

Das war nicht so beim Ende der DDR.
Das macht mich froh.

Viele Gebäude aus der Zeit der DDR
gibt es heute noch.
Es gibt auch noch das Gebäude,
wo die Stasi gearbeitet hat.
Das Gebäude steht in Berlin, im Stadtteil Lichtenberg.

Heute steht ein großer Teil von dem Gebäude leer.
Ich bin Vorstand in einem Verein.
Der Verein will das Gebäude besser nutzen.
Zum Beispiel für ein großes Museum.

In dem Museum wollen wir die Geschichte der Menschen erzählen,
die gegen die Diktatur waren.
Künstlerinnen und Künstler sollen auch
in dem Gebäude arbeiten.
Und es sollen mehr junge Menschen kommen.
Sie sollen etwas über die Demokratie lernen.
In Deutschland haben wir jetzt eine Demokratie.
Das macht mich sehr froh.

Europa lokal

Die meisten Menschen in Europa leben in Städten und Dörfern.
Die Europäische Union ist wichtig für die Städte und Dörfer.
Sie gibt ihnen zum Beispiel Geld.
Das Geld können die Städte und Dörfer dann ausgeben,
zum Beispiel für eine neue Schule oder ein Altenheim.

Aber auch die Gesetze der Europäischen Union
sind wichtig für die Städte und Dörfer,
zum Beispiel die Gesetze zum Umweltschutz.
Sie sorgen dafür, dass die Autos
nicht mehr so viele Abgase in die Luft blasen.
Oder dass es in den Städten mehr verschiedene Pflanzen gibt.

Ich finde: Wir müssen den Menschen in den Städten und Dörfern
mehr von der Europäischen Union erzählen.
So können die Menschen verstehen:
Die Europäische Union ist wichtig für uns.

Demokratie stärken

Demokratie ist, wenn die Menschen bestimmen,
wer regieren soll.
Die Menschen können unterschiedliche Parteien wählen.
Die Partei mit den meisten Stimmen kann dann regieren.
Aber nur bis zu den nächsten Wahlen.

In einer Demokratie haben alle Menschen
dieselben Rechte und Pflichten.
Leider sind immer mehr Menschen in der Europäischen Union
gegen die Demokratie.
Diese Menschen wollen nicht,
dass alle die gleichen Rechte haben.
Und diese Menschen greifen andere Menschen an,
zum Beispiel, weil sie Ausländer sind,
oder weil sie eine andere Religion
oder eine andere Meinung haben.
Das finde ich schrecklich.

Mir ist die Demokratie sehr wichtig.
Ich will, dass alle Menschen auch in Zukunft
dieselben Rechte und Pflichten haben.
Ich unterstütze Menschen,
die für unsere Demokratie arbeiten.
Ich treffe mich mit diesen Menschen.

Ich bringe sie mit anderen Menschen in Kontakt.
Und ich versuche ihnen zu helfen,
wenn sie wegen ihrer Arbeit bedroht werden.
Ich spreche im Europäischen Parlament über diese Menschen.
Denn sie leisten eine wichtige Arbeit.

4 Personen mit Lernschwierigkeiten von capito Berlin
haben den Text auf Verständlichkeit geprüft.

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