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Neue Impulse für den Ostseeschutz – Europäisches Parlament stimmt über Zukunft der Fischerei ab

Am 21. Mai 2026 stimmt das Europäische Parlament über einen Bericht des Fischereiausschusses zum Mehrjahresplan für die Ostsee und das zukünftige Vorgehen (2024/2127(INI)) ab, der auch für Mecklenburg-Vorpommern von großer Bedeutung ist. Der Mehrjahresplan für die Ostsee („Baltic MAP“) wurde 2016 verabschiedet, um die europäische Fischereipolitik stärker an die besonderen ökologischen Bedingungen der Ostsee anzupassen. Ziel war es insbesondere, die Bestände von Dorsch, Hering und Sprotte langfristig zu erhalten und auf einem nachhaltigen Niveau zu sichern. 

Der Bericht stellt fest, dass diese Ziele bislang deutlich verfehlt wurden. Deshalb fordert die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten auf, die bestehenden Schutzgebiete konsequent umzusetzen sowie zusätzliche Schutzgebiete auszuweisen, um kritische Lebensräume und Laichgründe der bedrohten Arten zu schützen. Ich habe den Bericht folgendermaßen gegenüber der Presse kommentiert: 

„Die Ostsee befindet sich in einer ökologischen Krise. Dorsch- und Heringsbestände erholen sich weiterhin nicht und auch der Wildlachs ist in einem sehr schlechten Zustand. Wenn wir jetzt nicht konsequent handeln, gefährden wir nicht nur einzigartige Ökosysteme, sondern auch die Zukunft der Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern und im gesamten Ostseeraum.

Es wird Zeit, dass die EU handelt und ihren bisherigen Ansatz weiterentwickelt. Fischereimanagement darf sich nicht länger nur auf einzelne Arten konzentrieren, sondern muss das gesamte Ökosystem der Ostsee in den Blick nehmen. Nur durch wissenschaftsbasierten Meeresschutz können sich Fischbestände erholen und die Fischerei in MV langfristig überleben.

Gleichzeitig erkennt das Parlament an, dass die Ausweisung von zusätzlichen Schutzgebieten zunächst weitere Einschränkungen für Fischereibetriebe bedeuten kann. Damit die Betriebe und Küstengemeinden mit dieser Herausforderung nicht allein gelassen werden, braucht es soziale Absicherung, Investitionen und Überbrückungshilfen. Naturschutz, wirtschaftliche Perspektiven und das kulturelle Erbe der Küstenfischerei müssen zusammen gedacht werden.

Die Krise der Ostsee ist längst nicht mehr nur ein Problem der Überfischung. Verschmutzung, Überdüngung und die Folgen des Klimawandels setzen das Ökosystem zusätzlich massiv unter Druck. Diese Belastungen machen nicht an Landesgrenzen halt – sie wirken grenzüberschreitend und verstärken sich gegenseitig. Umso alarmierender ist es, dass die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten bislang nicht ausreichend gehandelt haben, um die Ostsee wirksam zu schützen und geschädigte Ökosysteme wiederherzustellen. Es braucht endlich ein koordiniertes Vorgehen auf europäischer Ebene. Hier stehen alle politischen Ebenen in der Verantwortung – die Bundesregierung ebenso wie die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern. Die Ostsee kann nur gemeinsam geschützt werden.“

Wie geht es jetzt weiter?

Der Bericht legt zunächst die politische Position des Parlaments fest und formuliert klare Erwartungen an die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten, ohne rechtlich bindend zu sein. Auf dieser Grundlage kann die Europäische Kommission dann jedoch Gesetzesvorschläge machen, die anschließend das reguläre EU-Gesetzgebungsverfahren von Parlament und Rat durchlaufen. Ich halte Euch auf dem Laufenden!

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