Rund um das jährliche Mauerfall-Jubiläum fand vom 8. bis 15. November erstmals die Berlin Freedom Week statt. Eine Woche lang wurde Berlin zum Treffpunkt für Menschen aus der Stadt und aus aller Welt, die sich für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte einsetzen.
Als Europaabgeordnete und Vorstandsvorsitzende des Fördervereins Campus für Demokratie habe ich die Initiative von Anfang an unterstützt. Es war beeindruckend zu sehen, wie stark die Idee bereits im ersten Jahr getragen hat.
Eröffnung auf dem Campus für Demokratie
Die Eröffnung auf dem Campus für Demokratie – dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale, für das ich mich seit Jahren engagiere – machte eindrucksvoll sichtbar, wie eng Berliner Geschichte mit dem Versprechen einer freien, offenen Gesellschaft verbunden ist. Der Campus steht für die Realität von Überwachung und Repression, aber auch für den Mut derjenigen, die sich in der DDR nicht einschüchtern lassen haben. Bilder von Kay Herschelmann.
















Der World Liberty Congress verlegt seinen Hauptsitz nach Berlin
Ein besonderer Höhepunkt war die Präsenz des World Liberty Congress, der am 8. und 9. November im Abgeordnetenhaus tagte. Hunderte Dissidenten und Aktivistinnen aus aller Welt kamen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Strategien für den globalen Freiheitskampf zu entwickeln. Dass der Kongress ausgerechnet am Mauerfall-Wochenende im Berliner Parlament stattfand, war nicht zufällig. Im Verlauf der Woche wurde deutlich, wie sehr die Friedliche Revolution von 1989 bis heute Orientierungspunkt und Hoffnungsträger für Freiheitsbewegungen weltweit ist. Ihr Erfolg inspiriert Menschen, die heute in autoritären Regimen für ihre Rechte kämpfen – und diese Verbindung zwischen historischer Erfahrung und aktuellem Engagement war in vielen Momenten der Freedom Week spürbar. Vielleicht auch deshalb hat der World Liberty Congress entschieden, seinen Hauptsitz künftig nach Berlin zu verlegen.



Berlin als „Stadt der Freiheit”
Gleichzeitig hat die Woche gezeigt, wie groß der Bedarf an Austausch, internationaler Vernetzung und Solidarität ist – gerade in einer Zeit, in der autoritäre Regime weltweit zunehmen und demokratische Grundwerte unter Druck geraten. Und sie hat verdeutlicht, welche besondere Rolle Berlin dabei spielen kann: als echte „Stadt der Freiheit“, die Menschen zusammenbringt und vertrauliche Räume schafft, in denen über die Realität von Diktaturen gesprochen werden kann und in denen gemeinsam an Ideen und Lösungen für den Schutz und die Achtung von Menschenrechten gearbeitet wird.













Das waren meine Termine während der Berlin Freedom Week:
- Fr, 8.11. – Begrüßung im Namen des Fördervereins und Gespräch mit Igor Levit beim Eröffnungsempfang auf dem Campus für Demokratie
- Mo, 10.11. – Keynote zu Transnational Repression bei der Berlin Freedom Conference im Gasometer. Mehr Infos zur Konferenz hier, die Rede könnt ihr hier nachhören. Mehr Infos zu Transnational Repression und den Bericht, an dem ich arbeite findet ihr hier.
- Mi, 12.11. – Netzwerktreffen und öffentliche Abendveranstaltung „Von Stasi zu Spyware“ auf dem Campus für Demokratie. Mehr Infos hier.
- Fr, 14.11.– Begrüßung und Input zu Gender Apartheid in Afghanistan bei der Filmvorführung von “Rule Breakers” im Rahmen der Stories of Freedom, Kino Colosseum, Infos hier.
- Sa, 15.11. – Berlin Freedom Mobil vor dem DDR-Museum, Gespräch mit Roya Mahboob & Hesam Misaghi zu Frauen, Jugend und der Zukunft von Freiheit. Infos hier.